Die Zukunft des Films – Die Trends

Die größten Trends von früher? Wahrscheinlich farbige Filme und farbiges Fernsehen. Das waren noch Errungenschaften. Daneben gab es höchstens noch ein paar unterschiedliche Filmformate und Lichtempfindlichkeiten. Dann passierte lange nicht viel, bis irgendwann das Video kam, also die digitale Aufzeichnung. Und dann ging die Schlacht um die bessere Technik los: HD, Bluray, 3D, 4K, RAW. Der Markt für Filmtechnik ist momentan sehr differenziert. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Trends der letzten und der nächsten Jahre zusammen.

HD und Bluray

Heute der Standard. So gut wie jeder Fernseher hat HD, so gut wie alle Fernsehsender senden HD (kostenfrei oder kostenpflichtig), so gut wie alle Kameras nehmen HD auf. Kein Problem mehr, diese Technik hat sich durchgesetzt. Zum Abspielen von HD-Filmen auf dem Fernseher hat sich der Bluray-Standard etabliert. Trotzdem werden auch heute noch viele DVDs verkauft.

3D – wohl eher ein Flop

3D dagegen hat beim Privatanwender ziemlich geflopt. Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens haben die großen Studios einfach zu wenig und zu teures 3D-Material auf den Markt geworfen (die 3D-Bluray von The Great Gatsby kostet fast 30€), zweitens gibt es kaum Möglichkeiten für Privatanwender 3D aufzunehmen und auf dem Heimfernseher abzuspielen. Solange die 3D-Technik noch zu kompliziert für Privatanwender ist und drittens, solange kaum ein Fernsehsender sein Programm in 3D ausstrahlt, gibt es einfach keine Motivation, auf 3D zu setzen. Da nützen auch die ganzen verkauften 3D-Fernseher nichts.

4K

Nicht zuletzt deshalb haben sich die grossen Fernsehhersteller 4K bzw. Ultra-HD zugewandt. Offensichtlich wird die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 in UHD produziert. Wer dieses UHD dann tatsächlich zu Hause ansehen kann, ist fraglich. Trotzdem werden Fernseher mit dieser größeren Auflösung immer billiger und werden in Kürze Standard werden. Der Grund, warum sich 4K letztlich durchsetzen wird, ist auch die Anwenderfreundlichkeit. In wenigen Jahren werden alle Prosumer-Kameras 4K beherrschen, was aufgrund von gestiegenen Rechenkapazitäten und GPU-Unterstützung auf Privat-PCs auch möglich sein wird. Wenn fast nur noch 4K Kameras auf dem Markt sind, wollen alle ihre Familienfilme auch in 4K auf dem eigenen Fernseher anschauen können. Wie viel deutsche Fernsehsender über 4K nachdenken, weiß ich nicht. Aber offensichtlich wird Sky in Großbritannien als erstes 4K auf die heimischen Fernsehgeräte bringen. Professionelle Kameras können schon länger 4K aufnehmen, die RED Epic mit Dragon-Sensor macht sogar 6K in RAW.

RAW

Und beim Stichwort RAW kommen wir zu RAW-Aufnahme. Was bis jetzt nur für DSLR-Fotografie denkbar war, kommt jetzt auch in Filmkameras. Die Blackmagic Pocket Cinema Camera ist dafür momentan mit unter 1000€ die billigste Alternative.

In der nahen Zukunft sehen wir hier zwei Trends. Meiner Meinung nach wird sich erst 4K durchsetzen, weil es einfach wesentlich benutzerfreundlicher ist. RAW-Aufnahmen sind unverhältnismäßig groß und müssen vor ihrer Verwendung noch am Computer nachbearbeitet werden. RAW-Aufnahmen in 4K sind erst recht zu groß. Hier gibt es noch viel Potenzial und in diese Richtung werden sich auch die Kameras der nächsten paar Jahre bewegen.

HFR

Peter Jackson (Herr der Ringe) setzt für die Produktion des Hobbit auf HFR, also doppelte Framerate. Technisch ist das kein Problem für die Kameras und auch die meisten modernen digitalen Projektoren in den Kinos können 48 Bilder pro Sekunde zeigen. Trotzdem sieht es im Moment nicht danach aus, dass 48fps zum Standard werden, obwohl das kurzfristig auch für den Sport angedacht war.

Film? Ist der schon tot?

Bis jetzt haben wir technisch gesehen nur von Video gesprochen, also digitalen Bildern, die mit einem Sensor und Pixeln aufgenommen werden. Viele Professionelle (wie Quentin Tarantino) beklagen sich über die mangelnde Ästhetik von Video. Niemand bringt es genau auf den Punkt, jeder bezeichnet es nur als das kleine etwas, das dem Video einfach fehlt. Das geht von den flachen Bildern über das Filmkorn bis zur Tiefenschärfe. Film hat offensichtlich einfach den besseren „Look“. Bei all den Trends wurden häufig schon Bedenken geäußert, dass der Film ausstirbt. Dagegen spricht dieser Artikel, der von einer neuen Super8-Kamera berichtet.

Und wie geht’s weiter?

Nun, natürlich kann niemand in die Zukunft sehen. Ich bin aber der Meinung, dass sich mittelfristig für professionelle Produktionen Video etablieren wird. Film wird aber sicherlich nicht aussterben. Die Geige gibt es ja trotz Rock-Musik auch noch.

Erwähnenswert finde ich noch diesen Artikel. Der Autor David Shampton geht davon aus, dass das Streben nach immer höheren Auflösungen irgendwann dazu führen wird, dass wir überhaupt keine Pixel mehr verwenden und alle Bilder von Vektoren und Farbverläufen dargestellt werden. Diese wären dann beliebig skalierbar und immer scharf. Ob und wann diese Technik reif für den Markt ist, sei dahingestellt. Die Frage ist wohl eher: Will man überhaupt derartige Videos. Denn wenn sich schon heute Make-up-Artists und Set-Designer darüber beschweren, dass einem 4K nichts verzeiht, wie wird das erst mit Vektor-Videos sein?

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